Litauen



Zum Anfang ein kurze Schrift von Oscar Milosz (1877-1939):  „Litauen heißt das Land, das mein ganzes Sinnen und Fühlen beherrscht. Kommen Sie, ich will Ihnen helfen, es zu entdecken. ich begleite Sie in ein fernes, nebliges, zärtliches, leises Land. Lassen Sie uns die Flügel ausbreiten und über eine Landschaft fliegen, wo uns der Duft von Wasserlilien und die modrige Luft der Wälder umgibt. Das ist Litauen.“

Dies alles gilt es zu entdecken. Wir sind gespannt, was sich in den Jahren getan hat. Lasst uns mal schauen auf dieses kleine Land Litauen.

Der letzte Tag

Heute früh wandern wir gleich hier vom Übernachtungsort Marcinkonys die 5km Flussrunde durch den Dzūkija Nationalpark. Das ist der Älteste des Landes. Hier gibt es weitläufige alte Kiefernwälder mit viel Farnkraut und Heidelbeeren. Auch sehen wir wieder Erlen, Eschen, Wacholder und Pappeln. Bei einer Aussicht auf den Ula Fluss frühstücken wir, hier sitzt man auf einer 13m hohen Sanddüne. Danach gehts eine Treppe nach unten am Fluss entlang und dann zurück zum Ort. Von hier aus fahren wir nochmal zum Dusia See. Hier begann vor 8 Wochen unser Baltikumtripp. Ein bisschen Wehmut erfasst uns. Schön war es hier und die Zeit ist wieder mal rasant schnell vergangen. Das Baltikum war eine Reise wert, auf jeden Fall, sehr naturnah, ruhig, sauber, die Menschen total nett und freundlich und englischsprechend. Für uns Naturfreaks ein echtes Highlight. Hiermit endet auch das Blogschreiben meinerseits, Stefan übernimmt wieder für die kommenden Reisen im Herbst. Morgen fahren wir nach Hause.

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Ein Sommertag im Wald und am Fluss

Heute morgen sind wir durch den Wald nahe dem Cepkeliy Moor gewandert. Sehr hohe Kiefern stehen hier und unten am Boden wachsen Moos, Flechten und Heidelbeeren. Ein kleiner entspannter Waldweg. Das Moor darf man nur im Rahmen einer Führung betreten. Danach sind wir zum Fluss Ula gefahren, hier gibt es wieder mal Schwarztee-gefärbtes Wasser, sehr klar, ein kleiner Strand nach einer Flussbiegung läd uns ein zu einer Abkühlung. Sehr erfrischend und die Strömung ist auch ziemlich stark. Ein paar Kanufahrer kommen noch vorbei und wir plauschen ein wenig. Ein sehr schöner sonniger Tag bei 29 Grad.

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Merkine

Wir fahren heute in den Dzukijos Nationalpark. Unser erstes Ziel hier ist Merkine. Hier gibt es einen 25m hohen Aussichtsturm, der sich vom Design her, optimal in den umliegenden Kiefernwald einfügt. Von oben gibt es einen weiten Blick auf die Flusslandschaft von Memel und Merkys. Das typische hier im Nationalpark sind ausgedehnte Kiefernwälder, durchzogen von zahlreichen Seen und Flüssen. Wir wandern in den Ort hinein zum Burgberg. Wir kühlen unsere Füße ab, im Bächlein unterhalb des Hügels, dann steigen wir die Treppe hoch. Oben steht ein Holztron aus Schwertern, sehr eindrucksvoll. Auch von hier kann man wunderbar zu den beiden Flüssen hinuntersehen. Danach fahren wir noch zu einem sehr spirituellen Ort unweit der Stadt, die Pyramide. Ein Gebetshaus mit Glaskuppel und „energetischem“ Wasser zum Abfüllen in Flaschen. Ich glaube das ist der meistbesuchte Ort, den wir hier in Litauen erlebt haben. Viele Menschen kommen hier her und hoffen auf die göttliche Heilung. Wir bleiben über Nacht hier am Parkplatz stehen. Heute war ein sehr warmer Tag, 28 Grad.

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Rumsiskes Museum

Ein wirklich sehr großes bzw. weitläufiges Freilichtmuseum mit vielen Gebäuden aus den verschiedenen Landesteilen Litauens. Es ist das größte ethnografische Museum dieser Art in Europa auf 195 Hektar. Wohnhäuser, Getreidespeicher, Ställe, Kirchen, Mühlen, Herrenhaus, Werkstätten und eine kleine Stadt aus dem 18. - 20. Jahrhundert kann man besichtigen. Es gibt sogar ein Postamt, ich konnte natürlich nicht wiedersehen und habe eine Postkarte verschickt, mit der Feder geschrieben! Wir waren auch traditionell essen (Cepelinai und Kugelis) - sehr lecker. Wir waren gut 3 Stunden dort und haben gerade mal die Hälfte geschafft. Es ist alles sehr gepflegt und anschaulich, es gibt viele Exponate allerdings wenig Besucher. Man hat auch hier das Gefühl es ist für reichlich Besucher hergerichtet, oder vielleicht gab es die mal, so Reisebusse usw., aber jetzt ist wenig los, vielleicht so 10 Autos und 2 Camper, nicht mal ein Drittel vom Parktplatz ist belegt. Uns hat es gut gefallen und weil es heute sehr warm ist, haben wir dann die Tour beendet. Wir fahren noch Gas nachfüllen und weiter zur Übernachtung nach Alytus.

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Am Kauno Stausee

Wir bleiben heute in Rumsiskes am Kauno Stausee stehen und verbringen den Tag hier. Ganz entspannt. Stefan geht ausgiebig fotographieren und freut sich riesig über seine gelungenen Fotos. Der einzige Nachteil hier, es gibt keinen Strand zum Baden, nur etwas vorne, wo sie auch Boote ins Wasser lassen, kann man mit den Füßen rein und sich erfrischen. Aber dafür gibt es sehr viele Wasservögel aus nächster Nähe zu beobachten sogar mit Nachwuchs. Und ein paar Boote sind auch auf dem See.

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Trakai

Unweit von Vilnius befindet sich die Insel Trakai. Hier gibt es eine berühmte Wasserburg, die sehr gut erhalten ist. Aber das noch sehenswertere hängt mit den Bewohner zusammen: Der Kurfürst siedelte die Karäer  von der Krim hier an als Burgwache. Ihre Siedlungshäuser haben die Besonderheit, dass sie mit dem Giebel zur Straße stehen und jeweils 3 Fenster haben, eins für Gott, eins für den Kurfürsten und eins für die Familie. Auch ein Gebetshaus, die Kenesa findet sich hier noch. Sehr schön zum Ansehen dieses kleine Örtchen. Wir essen auch ganz traditionell Kibinai, das sind gefüllte Teigtaschen der Karäer. Lecker. Das Wetter ist eher herbstlich neblig trüb und kühl.

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Varnikai Bohlenweg

Wahrscheinlich unser letztes Moor heute hier im Baltikum, wir gehen zuerst durch den Wald und dann kommt der typische Bohlenweg. Auch einen See mit Steg gibt es hier wieder. Wir sehen uns noch mal richtig satt am Moor und spazieren dann zurück. Die Nacht verbringen wir auch hier auf dem Rastplatz im Wald, mal wieder allein.

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Die Hauptstadt: Vilnius

Für mich die Schönste der drei baltischen Hauptstädte. Vilnius hat den Flair einer Kleinstadt, verkehrsberuhigte Einkaufsstraßen, die Altstadt so nett und charmant, einen Hügelberg mit toller Aussicht, die Flüsse ins Stadtbild integriert, lauter eindrucksvolle Wolkenkratzer mit einzigartiger Architektur und daneben barocke Prachtbauten. Das schönste Bauwerk war für mich die Stanislaus Kathedrale, sieht von außen aus wie ein Tempel und innen Marmor und viele schöne Kapellen an den Seiten. Wirklich einzigartig, so eine Kirche haben wir noch nicht gesehen. Wir haben einen Spaziergang durch die Stadt gemacht und sind danach noch Hop on Hop off Bus gefahren, das hat uns richtig gut gefallen. Es war ein sehr entspannter Tag. Wir sind mit dem Öffis rein- und rausgefahren und am Abend noch im Neris baden gegangen. An unserem Parkplatz gab es ja eine kleine Bade/Strandstelle. Es war sehr erfrischend, ein echt schöner Abschluss an einem echt schönen Stadttag.

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Am Mittelpunkt Europas

Europa wird begrenzt im Norden durch Spitzbergen, im Süden von den Kanaren, im Osten vom Uralgbirge und im Westen durch die Azoren. Und der Mittelpunkt liegt hier 20 km vor Vilnius. Ein kleiner Hügel mit einem Feldstein und eine Säule mit Sternen und alle Fahnen der EU sind hier aufgehängt und es gibt ein Infozentrum. Nachdem wir uns das angesehen haben, spazieren wir um den nahegelegenen See Girija. Der Ort hier heißt Purnuskes und liegt genau neben der A14. Natürlich regnet es heute auch wieder. Zum Übernachten fahren wir noch ein Stück rein nach Vilnius, ein Vorort sozusagen: Valakampiai. Das ist ein normaler Parkplatz am Fluss Neris.

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Ladakalnis Berg

Auch heute bleiben wir im Park, das Wetter ist etwas besser, das heißt weniger Regen. Wir wandern vom Wanderparkplatz zuerst den Burgberg hoch, das sind etliche Stufen. Coco muss getragen werden, ihm geht die Luft aus. Im 9.Jh. stand hier eine Holzburg, jetzt ist nur noch der Hügel da und eine Infotafel. Der Weg geht weiter oben entlang zum Ladakalnis Berg. Dieser ist 176 m hoch und eine litauische Kultstätte. Die Leute, meist Hochzeitspaare, neben unten am Berg einen Kieselstein auf und legen ihn oben unter die Eiche. Die Göttin Lada, die hier verehrt wird, steht für Liebe, Fruchtbarkeit,  Frühling und ein langes Eheglück. Wir haben auch einen Stein abgelegt für Sophia und Pascal. Der Weg zurück führt am See Linkmenas entlang. Wir treffen nur ganz wenige Leute. Das Wetter war sogar ein bisschen sonnig, aber ab 3 Uhr nachmittags regnet es munter weiter. Wir bleiben heute Nacht hier stehen.

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Aukstaitija Nationalpark

Wir sind gestern wieder in Litauen angekommen, in Paluse und haben hier auf einem Parkplatz neben dem Besucherzentrum die Nacht verbracht. Es hat fast die ganze Nacht geregnet und auch jetzt machen wir uns im Regen auf den Weg. Vorbei am Lusiai See einen kleinen Weg den Hügel hoch und dann später wieder am See zurück. Wir wählen den kürzeren Weg, da es einfach nicht aufhört zu regnen. Das ist nicht so schön, das Wetter in den letzten Tagen und es hat auch nur 13 Grad. Dieser Nationalpark ist der Älteste und hat viele Seen (126), die z. T. auch miteinander verbunden sind (70 km Wasserstraße gibt es). Am Nachmittag schauen wir uns noch die St. Joseph´s Kirche an, eine Holzkirche, die ursprünglich nur mit einer Axt errichtet wurde. Sie hat Holzschindeln und einen extra Glockenturm, der an einen Wachturm erinnert. Da es mal kurzzeitig nicht regnet, wagen wir uns noch auf einen Weg durch den Wald hinter der Kirche. Da kommt man auch am Waldfriedhof vorbei. 

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Berg der Kreuze

Zuerst geht es zu einer zweiten Wanderung hier im Nationalpark, zum Gardu Berg, dass ist ein Sandsackberg aus der letzten Eiszeit und 3,5 km lang. Wir genießen hier ein paar Stunde die Ruhe und unser Frühstück. 

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